Malta

Der kleine Inselstaat im Mittelmeer hat eine grosse Geschichte und bietet ideale Voraussetzungen für einen aufregenden Sprachaufenthalt. Ungefähr 400'000 Menschen bevölkern die Republik, die aus den drei Inseln Malta, Gozo und Comino sowie einigen unbewohnten Eilanden besteht. Der Archipel liegt nur 90 Kilometer südlich von Sizilien und 230 Kilometer von der nordafrikanischen Küste entfernt und vereinigt die Überreste verschiedenster Kulturen. Das milde Klima, glasklares Wasser, zahlreiche historische Stätten, ein umfangreiches Freizeitangebot, Einkaufsmöglichkeiten und ein ansprechendes Nachtleben machen das Erlernen der englischen Sprache in Malta zu einem wahren Erlebnis.

Land und Leute

Die Malteser lieben es, zu feiern. Den ganzen Sommer über finden «Festas» statt. Irgendein Anlass – meist ein Heiliger, der gefeiert wird – findet sich immer. Und so hat jeder noch so kleine Ort seine eigenen Feste, bei denen Umzüge durch die geschmückten Strassen ziehen, Heiligenbilder aufgestellt werden, Blasmusiken dröhnen, hell beleuchtete Kirchen in allen Farben erstrahlen und schliesslich das obligate Feuerwerk gezündet wird. Die Religion hat in Malta einen hohen Stellenwert: Auf der ganzen Insel gibt es sage und schreibe 365 Kirchen.
Einer der wichtigsten Feiertage im Jahr ist das Osterfest. Dann werden in schier endlosen Strassenprozessionen Szenen aus der Bibel nachgestellt.

Sand- und Felsstrände sowie kleine Badebuchten laden in Malta dazu ein, das Meer und die Sonne zu geniessen. Die Meerestemperatur beträgt zwischen Mai und Oktober durchschnittlich 23°C. Eine konstante Meeresbrise bietet angenehme Abkühlung und sorgt für optimale Voraussetzungen für Segler und Windsurfer. Wer sich gerne in Meerestiefen bewegt, kann sich beim Tauchen von der felsigen Unterwasserlandschaft faszinieren lassen. An Land bietet sich die Gelegenheit zum Reiten und für Golf, Tennis und Squash. Kulturhistorisch Interessierte stossen überall auf Spuren aus vergangenen Jahrhunderten. In den Städten können Sie sich bei einem Museums- oder Kinobesuch, in einer Kunstausstellung oder beim Shopping die Zeit vertreiben und sich in einem der vielen Restaurants kulinarisch verwöhnen lassen. Die ganzjährig idealen klimatischen Bedingungen machen Malta auch in den bei uns kühleren Monaten zu einer idealen Reisedestination.

Malta ist bekannt für seine mediterrane Küche. Neben Fischgerichten und verschiedenen Gemüsesorten sind auch Kaninchen in allen Variationen eine maltesische Spezialität. Noch immer sind auf dem Teller zudem die Einflüsse der vielen Völker zu spüren, die einst über Malta herrschten.
Das Nationalgetränk Maltas heisst «Kinnie» und ist eine herbsüsse Limonade aus maltesischen Bitterorangen und verschiedenen aromatischen Kräutern, unter anderem Wermut.

Malta wurde 1964 unabhängig und ist seit 1974 eine Republik. Seit dem 1. Mai 2004 ist der kleine Staat Mitglied der EU. Die politische Lage ist stabil. Bitte erkundigen Sie sich jedoch vor Ihrer Abreise auf der Webseite des EDA.

Die zentrale Lage von Malta im Mittelmeer und seine strategisch wichtige Bedeutung wurde von vielen Völkern erkannt und genutzt. Überreste gewaltiger Megalithtempel geben Hinweise auf erste menschliche Spuren in der Jungsteinzeit. Im 8. Jahrhundert v. Chr. besetzte die Seefahrermacht der Phönizier die Insel. Um 480 v. Chr. eroberten die Karthager das Gebiet und errichteten weitere Siedlungen, bevor Malta 218 v. Chr. an die Römer fiel und Teil des Römischen Weltreiches wurde. Nach dem Ende des Römischen Reiches nahmen die Byzantiner die Insel in Besitz, bis um 870 n. Chr. die Araber die Macht an sich rissen. Später war Malta eine Kolonie von Sizilien und wurde von verschiedenen spanischen Feudalherren regiert.
Um 1530 kamen die Johanniter, die aus Rhodos flüchten mussten, nach Malta. Knapp 300 Jahre lang herrschte der Malteserorden über die Insel und hinterliess prachtvolle Bauten. Nach einem kurzen Gastspiel Napoléons war Malta ab 1800 in britischer Hand, was sich auch heute noch in vielen Bereichen des Landes zeigt.
Seit dem frühen 20. Jahrhundert kämpften die Malteser für ihre Unabhängigkeit. Im Jahre 1947 gab London Malta die Autonomie zurück und verkündete seine Unabhängigkeit am 8. September 1964.
Am 1. Mai 2004 wurde Malta Mitglied der Europäischen Union. Seit Januar 2008 ist der Euro die offizielle Währung.

Maltas Pflanzen- und Tierwelt ist ziemlich artenarm. Die grünen Flecken bestehen hauptsächlich aus Büschen, die «Macchie» genannt werden.
Die auf Malta lebenden Tiere sind weder giftig noch gefährlich. Es gibt unter anderem Mäuse, Ratten, Igel, Kaninchen, Fledermäuse, Wiesel, Chamäleons sowie verschiedene Arten ungiftiger Schlangen. Im Frühling und Herbst ist Malta eine wichtige Station für Zugvögel. Diese sind allerdings durch die Vogeljagd bedroht, die sich auf der Insel zu einem Volkssport entwickelt hat. Landschaftlich wechseln sich, vor allem auf der Hauptinsel, verkarstete Landstriche mit schachbrettartigen Feldern ab, auf denen im Sommer pittoreske rote und weisse Oleanderbüsche blühen. Das Trinkwasser ist ein kostbares Gut auf Malta, da es keinen einzigen Fluss oder See gibt. Wasser muss deshalb entweder durch Meerwasserentsalzung oder durch Auffangen des Regenwassers gewonnen werden, was vor allem in der trockenen Sommerzeit zum Problem werden kann. Aufgrund des praktisch nicht vorhandenen Baumwuchses sind die Böden stark erosionsgefährdet. Das Land ist überwiegend flach. Es gibt zwar keine Berge, dafür viele steil abfallende Klippen und zahlreiche Höhlen.

Malta kann auf eine Jahrtausend alte Geschichte zurückblicken, deren Spuren und Zeugnisse dem Reisenden überall begegnen. Die bewegte Geschichte des Inselstaates reicht bis ins Jahr 4'000 v. Chr. zurück. Auf der kleinen maltesischen Staatsfläche gibt es eindrückliche Kulturdenkmäler aus verschiedenen Epochen zu bewundern. Beim Anblick steinzeitlicher Tempelanlagen, römischer Aquädukte oder der eindrücklichen Wehranlagen des Malteserordens wähnt man sich in einem riesigen Freilichtmuseum. Erobert wurde die Insel von Phöniziern, Karthagern, Römern, Ostgoten, Arabern, Normannen, Spaniern und ab 1530 auch vom Johanniterorden, der seit damals den Namen «Malteserorden» trägt. Nach dem Sieg über die napoleonischen Truppen im Jahr 1800 lag Malta bis zur Unabhängigkeit 1964 in britischer Hand.
Trotz der langen Zugehörigkeit zum Britischen Weltreich, das die englische Sprache einführte, haben sich die Inselbewohner ihre eigene Sprache, das Maltesische, bewahrt. Dieses hat seinen Ursprung im Arabischen und wurde durch italienische Einflüsse bereichert. Es ist heute neben Englisch die zweite Amtssprache des Landes.
Die Malteser selbst verstehen sich als ein aus den verschiedenen Eroberungen entstandenes Mischvolk. So trifft man bei den Bewohnern einerseits auf italienische oder arabische Offenheit und Gastfreundschaft, andererseits ist auch die britische Genauigkeit auszumachen sowie das französische Savoir-vivre, das jeden Tag zu einem Fest werden lässt.

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