Russland

Wandeln Sie während Ihres Sprachaufenthaltes in Russland auf den Spuren berühmter Persönlichkeiten, besuchen Sie kulturelle Baudenkmäler oder stürzen Sie sich ins attraktive Nachtleben. Fast an jeder Ecke gibt es ein Museum oder Theater, das Ihnen die russische Kultur näherbringt. Danach empfiehlt es sich, auf einer der vielen Grünflächen zu entspannen oder sich kulinarisch verwöhnen zu lassen. Viele Russen die in der Stadt wohnen, besitzen ein Häuschen im Grünen und verbringen dort ihre Wochenenden. Gut möglich, dass Sie von einem der gastfreundlichen Einheimischen eingeladen werden. Unternehmen Sie eine Bootstour auf einem der zahlreichen Flüssen und Seen oder steigen Sie ein und fahren Sie ein Stück mit der legendären Transsibirischen Eisenbahn. Erkunden Sie auch die Metropolen Moskau und St. Petersburg, die in allen Bereichen eine Menge zu bieten haben.
Moskau ist mit 14 Millionen Einwohnern die grösste Stadt Europas und das politische und wirtschaftliche Zentrum des Landes. Es ist eine Stadt, die niemals schläft und deshalb gerne auch als das «New York Russlands» bezeichnet wird. Berühmt sind der Rote Platz, der seit 1990 zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt, das angrenzende Lenin-Mausoleum, der Kreml und die imposante Basilius-Kathedrale mit ihren typischen Zwiebeldächern. Abseits gibt es aber auch verträumte Gassen mit hübschen Cafés und versteckten Künstlerateliers. Für Nachtschwärmer ist Moskau eine der grossen Partystädte.
Die ehemalige Hauptstadt St. Petersburg ist ein bedeutendes kulturelles Zentrum und beherbergt einen der wichtigsten Seehäfen des Landes. Wegen ihrer vielen Kanäle und Brücken trägt die zweitgrösste Stadt des Landes die Beinamen «Stadt der Brücken» und «Venedig des Nordens». Die Uferwege am Fluss Newa laden zum Spazieren und Erholen ein. Ein besonderes Erlebnis ist ein Aufenthalt zwischen Ende Mai und Anfang Juli, wenn die Sonne fast nie hinter dem Horizont verschwindet und die «Weissen Nächte» die Nacht zum Tag machen.

Russland erstreckt sich über eine riesige Fläche, die von St. Petersburg im Westen über den Ural nach Sibirien und Fernost bis zur Beringstrasse reicht. Das gesamte Gebiet umfasst über 17 Millionen Quadratkilometer und ist damit rund 413-mal so gross wie die Schweiz. Bei einer so gewaltigen Ausdehnung verwundert die geografische und klimatische Vielfalt des Landes kaum. Während sich in Sibirien der geografische Kältepol der Erde befindet, herrschen in Südrussland klimatische Verhältnisse, die mit denen von Nizza vergleichbar sind. Im Altaigebirge und im Nordkaukasus liegen auf 5'000 Metern über dem Meer die höchsten Gipfel des Landes, während der Baikalsee in Sibirien das grösste Süsswasserreservoir der Erde beherbergt.
Russland ist im politischen und wirtschaftlichen Wandel, besitzt aber nach wie vor eine faszinierende und interessante Kultur. Besonders in Metropolen wie Moskau oder St. Petersburg ist der Aufbruch in eine Zeit nach dem Kommunismus spürbar. Es wird renoviert und überall schiessen Wolkenkratzer und Einkaufszentren aus dem Boden. Beide Städte zeichnen sich durch die besondere Mischung von europäischen und asiatischen Einflüssen aus.
Russisch gilt als Weltsprache und ist für mehr als 114 Millionen Menschen die Muttersprache.

Das Land befindet sich im politischen und wirtschaftlichen Umbruch. Über die aktuelle politische Lage informieren Sie sich bitte beim Eidgenössichen Departement für auswärtige Angelegenheiten unter www.eda.admin.ch.

Wikinger kamen von Norden her und vermischten sich mit der slawischen Mehrheitsbevölkerung. Im südlichen Steppengebiet und an der Wolga hingegen waren Reiche aus Asien eingeströmt. Während der Wende zum 18. Jahrhundert öffnete Zar Peter der Grosse das in teilweise mittelalterlichen Strukturen erstarrte russische Reich für westeuropäische Einflüsse und förderte Wissenschaft und Kultur. Aufstände, Unruhen und Attentate prägten das Land. Russland gelangte immer mehr ins Hintertreffen gegenüber den westeuropäischen Grossmächten. Die Industrialisierung eroberte Moskau und St. Petersburg, drang aber nicht in die ländlichen Provinzen des Riesenreiches vor. Das übrige Land verharrte in Armut.
Lenin ist der Gründer des ersten Arbeiter-und-Bauern-Staates. Er gilt heute neben Marx und Engels als Schöpfer des wissenschaftlichen Sozialismus. Nachfolger von Lenin ist Josef Stalin geworden. Die Industrialisierung und Infrastruktur, speziell im asiatischen Teil des Landes, wurde vorangetrieben und die Landwirtschaft kollektiviert.
Als im Zweiten Weltkrieg die Deutschen die Sowjetunion angriffen, verlor deren Rote Armee Millionen von Soldaten, und als Leningrad belagert wurde, verhungerten über eine Million Zivilisten. Bei Moskau, Stalingrad und Kursk aber fügte die Rote Armee den deutschen Truppen schwere Niederlagen zu und eroberte schliesslich im Mai 1945 Berlin. Insgesamt kamen zwischen 1941 und 1944 auf sowjetischem Gebiet etwa sechs bis acht Millionen Menschen ums Leben, in der Mehrheit Zivilisten. Weiter eroberte die Rote Armee japanische Gebiete im Fernen Osten.
Nach der Perestroika, dem vom sowjetischen Präsidenten Michail Gorbatschow eingeleiteten Prozess zum Umbau des politischen und wirtschaftlichen Systems in der Sowjetunion, und Glasnost, der ebenfalls von Gorbatschow eingeführten Politik einer grösseren Transparenz und Offenheit der Staatsführung gegenüber der Bevölkerung, entwickelten sich Unabhängigkeitsbestrebungen in den einzelnen Sowjetrepubliken.
Kurz vor der Unterzeichnung eines neuen Unionsvertrages putschten konservative Kommunisten gegen Gorbatschow, um die Unterzeichnung zu verhindern. Nach dem misslungenen Putschversuch beschloss der russische Präsident Boris Jelzin die Auflösung der Sowjetunion.
Unter Boris Jelzin wurden in Russland Teile der Wirtschaft privatisiert und demokratische Reformen durchgeführt. Beide verfehlten jedoch ihr Ziel und führten zum Zusammenbruch der Wirtschaft, zu hoher Inflation und politischer Destabilisierung. Nach Ansicht vieler Russen hat sich sowohl die politische als auch wirtschaftliche Lage des Landes nach dem Amtsantritt Wladimir Putins im Jahr 2000 deutlich verbessert. Die hohen Rohstoffpreise, die Steuerreform und der Kapitalrückfluss fördern diese Entwicklung.
Dem Staatspräsidenten Wladimir Putin ist es gelungen, für mehr politische und wirtschaftliche Stabilität zu sorgen, allerdings auf Kosten der Meinungs- und Pressefreiheit. Er hat seine Machtposition kontinuierlich ausgebaut.
Dmitri Medwedew wurde am 2. März 2008 zum Nachfolger von Wladimir Putin gewählt.

Russland bietet ein riesiges kulturelles Erbe. Es ist das Land der Denker, Dichter und Komponisten, von denen viele internationalen Ruhm erlangt haben. In der momentanen Umbruchsituation prallen in Russland Welten aufeinander. Alte russische Traditionen mischen sich mit dem sowjetischen Erbe und mit der Postmoderne.
Komponisten wie Dmitri Schostakowitsch, Sergej Prokofjew, Sergej Rachmaninow und Igor Strawinski prägten die klassische Musik des 19. Jahrhunderts. Schriftsteller wie Fjodor Dostojewski, Nikolai Gogol, Alexander Puschkin, Maxim Gorki und Leo Tolstoi sollten in keinem Bücherregal fehlen. In der Tretjakow-Galerie in Moskau finden Sie die grösste Sammlung russischer Kunst. Maler wie Wassily Kandinsky, Kasimir Malewitsch und Marc Chagalls haben sich weltweit einen Namen gemacht.

In Russland hat das gemeinsame Essen und Trinken einen sehr hohen Stellenwert. Sowohl Traditionen als auch das Klima prägen die eher fetthaltige und süsse Küche, die auch heute noch als typisch russisch gilt. Die kalorienarme und vitaminreiche Kost hält nur sehr langsam Einzug.
Da viele Speisen aus den Nachbarländern stammen, ist die regionale russische Küche sehr unterschiedlich geprägt. Viele Schweinefleischgerichte kommen beispielsweise aus der Ukraine. Früchte und Gemüse wurden von den kaukasischen Republiken importiert, wobei die Russen auch gleich die Rezepte übernommen haben. Die zentralasiatischen und kaukasischen Republiken haben die russische Küche mit exotischen Gewürzen und orientalisch anmutenden Lammgerichten bereichert. Die meisten Pouletgerichte stammen aus der georgischen Küche, und die baltischen Republiken steuerten Wild- und Fischgerichte, deftige Mahlzeiten mit Speck und Schinken sowie leckere Desserts bei.
Zu den typisch russischen Gerichten gehören Borschtsch (Suppe aus roten Beeten), Boeuf Stroganow (geschnetzeltes Rinderfilet), Blini (Pfannkuchen mit Lachs oder Kaviar), Ikra (Kaviar) und Blintschi (süsse Pfannkuchen).
Das bekannteste russische Getränk ist natürlich der Vodka. Dieser gehört zu einem geselligen Anlass dazu.

Wichtige Informationen:

Ausländische Botschaft in der Schweiz

Russia Embassy
Brunnadernrain 37
3006 Bern

Öffnungszeiten:
Mo-Do: 08.00 - 12.00 / 14.00 - 18.00 Uhr
Fr: 08.00- 14.00 Uhr
0041 (0)31 352 05 66
www.switzerland.mid.ru

Generalkonsulat im Ausland

Switzerland Embassy
Per. Ogorodnaya Sloboda (Stopani) 2/5
101000 Moskau
Telefon 007 495 258 38 30

Consulate General of Switzerland
Chernyshevskogo Pr. 17
191123 St. Petersburg
Telefon 007 812 336 57 77

Telefonvorwahlen

8 10 41 + Vorwahl (ohne 0) + Rufnummer
007 + Vorwahl (ohne 0) + Rufnummer

Landeswährung

Offiziell wird in Russland mit russischem Rubel bezahlt. In grösseren Geschäften und Restaurants werden teils aber auch Euro akzeptiert.

Stromversorgung

Die Stromspannung beträgt 220 Volt, 50Hz.
Adapter notwendig. Diese erhalten Sie in Elektrofachgeschäften.

Verkehr

Rechtsverkehr
Geschwindigkeitsbegrenzungen: Innerorts 60 km/h, ausserorts 90 km/h, auf Autobahnen 110 km/h.

Visumsinformationen

Ein Visum ist für die Einreise erforderlich. Dieses muss persönlich in Bern beantragt werden.

Touristenvisum: Für Aufenthalte bis und mit 4 Wochen (30 Tage) kann man mit einem Touristenvisum einreisen. Dieses kann man vor Ort nicht verlängern. Das Einladungsschreiben erhält man meist einige Tage nach Anmeldungseingang. Die Beantragung des Touristenvisums dauert daher insgesamt rund 14 Arbeitstage.

Studentenvisum: Ab 31 Tagen (bis max. 90 Tage) braucht man ein Studentenvisum. Dieses kann vor Ort bis zu 9 Monaten verlängert werden. Vom Anmeldungseingang bis zum Einladungsschreiben der Schule dauert es mindestens 4 Wochen. Die Beantragung des Studentenvisums dauert deshalb insgesamt rund 6 bis 8 Wochen.

Weitere Informationen zum Visumsablauf erhalten Sie nach Anmeldungseingang.

Einreisebestimmungen

Studierende brauchen einen gültigen Reisepass, der mindestens 6 Monate über das Rückreisedatum hinaus gültig ist.

Impfungen

Die folgenden Impfungen sind für jedermann empfohlen: Diphtherie, Tetanus, Poliomyelitis, Masern, Hepatitis A. Bitte erkundigen Sie sich vor der Abreise bei Ihrem Hausarzt.

Versicherung

Bitte erkundigen Sie sich bei Ihrer Versicherung, ob Sie für den Auslandsaufenthalt ausreichend versichert sind.

Weiteres:

Zeitdifferenz

Wer von Moskau bis zur Beringstrasse fährt, muss achtmal die Zeit umstellen. Die Zeitdifferenz zur Schweiz beträgt +3 Stunden. Dies gilt für den Grossteil des westlichen Russlands, also auch für St. Petersburg und Moskau.

Kultur

Russland ist ein Land der Dichter, Denker und Komponisten. In Russland werden die grossen Schriftsteller und Komponisten verehrt wie Ikonen und Propheten.

Verkehrsmittel

Die Transsibirische Eisenbahn, welche von Moskau nach Wladiwostok führt, ist das wohl berühmteste Verkehrsmittel in Russland.
St. Petersburg und Moskau sind sehr gut mit Bussen und U-Bahnen erschlossen. Daher können die Städte problemlos erkundet werden.

Volljährigkeit

In Russland ist die Volljährigkeit mit dem 18. Lebensjahr erreicht.

Alkohol

Der Kauf von Alkohol ist offiziell erst ab 21 Jahren gestattet.

Zahlungsmittel

Offiziell wird in Russland mit russischem Rubel (RUB) gehandelt. In grösseren Geschäften und Restaurants werden teilweise aber auch Euro (EUR) akzeptiert.

Amtssprache

Russisch

In den nördlichen Küstengebieten bestimmt die Tundra mit ihren Moosen, Flechten und Gräsern das Landschaftsbild. Weiter südlich geht sie dann in die ausgedehnten Waldgebiete der Taiga über. Zwischen Tundra und Taiga bedecken vor allem Lärchenwälder im Osten und Buchen- und Fichtenwälder im Westen das Land. In den zentralen Teilen der Osteuropäischen Tiefebene und in grossen Teilen Südostrusslands bestehen die Waldgebiete vor allem aus Mischwald. Die südlichen Teile des Osteuropäischen Tieflands und des Westsibirischen Berglands nehmen Waldsteppen ein.
Die russische Nordküste ist der ideale Lebensraum für Polarbären, Robben, Walrosse und Seevögel. In der Tundra sind Polarfüchse, Eulen, Schneehasen und Lemminge beheimatet. In den Sommermonaten wandern von Süden her Rentierherden und Wölfe ein. In den Wäldern ist die Tierwelt noch vielfältiger: in der nördlichen Taiga sind Elche, Rentiere, Wölfe, Bären, Zobel, Eichhörnchen, Fuchs und Vielfrass vertreten. In den südlicheren Wäldern leben Wildschweine, Nerze und Hirsche. In der fernöstlichen Region Primorski kommen die seltenen Ussuritiger vor. Die Steppen bieten Steppenlemmingen und -murmeltieren, Hamstern, dem Ziesel sowie dem Iltis und dem Steppenfuchs einen Lebensraum. Zur Vogelwelt gehören unter anderem die Falken, Kraniche und Adler. Im Kaukasus trifft man auf viele mediterrane Tierarten, darunter Reptilien, Echsen und Luchse.
In der arktischen Region sind die Winter kalt und die Sommer sehr frisch. In der Gegend um das Schwarze Meer herrscht ein Mittelmeerklima mit wilden Wintern und warmen Sommern. Der grösste Teil des russischen Gebiets jedoch befindet sich unter dem Einfluss eines Kontinentalklimas (mit erheblichen Temperaturextremen von zuweilen mehr als 100°C je nach Saison) mit mässigen Niederschlägen. Die niedrigste Temperatur der gesamten nördlichen Halbkugel (-72°C) wurde in der Gegend von Werchojansk verzeichnet.